Dienstag, 5. Januar 2016

17. Deutschlands Querfront: linker Manichäismus

Die gegenwärtige Regierung in Moskau wird als rechtes Regime bezeichnet, weil den Deutschen anerzogen wurde Nationalsozialismus und Stalinismus als Gegensätze zu sehen, was diese tatsächlich nie waren. Dieses Problem hat es in der UdSSR so nicht gegeben. Daher ist diese Regierung von Putin genaugenommen eine Querfront aus Neonazis, Stalinisten und Internationalisten. Nur der Unterschied ist, dass auch der internationale Kommunismus in der Sowjetunion immer Patriotisch war.

Putin hat längst wieder mit dem Stalinkult begonnen und auch die Moskauer Propaganda bezieht sich auf traditionelle Slogans der Sowjetzeit.
“Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen auf die Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt.”
Adolf Hitler
Komplexe Verhältnisse weis Sahra Wagenknecht, gemäß dem Hitler Zitat (eine allgemeingültige Regel der Manipulation), auch entsprechen simpel zu erklären: Westen Böse und Osten Gut. Schwarz und Weiß. (Es liegt mir auf der Zunge jetzt Blöd und Schlau dagegen zuhalten, aber ich beiße mir mal lieber drauf und sage es nicht.)

Die von Stalins Chefideologen Andrej Shdanow verkündete Zwei-Lager-Theorie bildete seit Ende 1947 die Grundfolie der marxistisch-leninistischen Erklärung der Weltlage. Jeder Beschluss des ZK der SED und jede Erklärung des Politbüros repetierte in jenen Jahren monoton immer wieder diese Weltsicht. 

Auf Shdanow geht auch die Holocaustleugnung zurück. Und diente dazu, als man den Musel lieben gelernt hatte, die Juden zu einem künstlich geschaffenes Volk zu erklären, dass demzufolge keinen Anspruch auf Israel hat. Ohne Holocaust gäbe es dieses Kunstvolk dann nicht. Das führt freilich zu extremsten Widersprüchen, dass zum Beispiel der Holocaust geleugnet wird, gleichzeitig selbe Person sinngemäß sagt: Hitler hatte Recht, als er die Juden ermorden ließ. Das freilich macht jede Diskussion schwierig, weil die Meinung des Gegners schlichtweg beliebig ist. Es ist einfach die Verteidigungsstrategie eines windigen Aal, der meint schon irgendwie damit durchzukommen. Sowohl Holocaust wie dessen Leugnung sind dabei (wie viele andere Vorkommnisse) einfach nur ein Totschlagargument. 
Ob der Holocaust akzeptiert oder geleugnet wird, hängt mit dem Cui Bono zusammen. Das findet sich nicht nur bei Musel und Nazi, auch bei Ulrike Meinhof (RAF), als Sie sich im Prozess 1972 zuerst mit dem KZ-Vorwurf gegen den Richter verteidigte, in ihrer Erklärung, dann die Ermordung der Juden dummerweise rechtfertigte: Die Juden, so Meinhof, seien ermordet worden, "als das, was man sie ausgab - als Geldjuden. Der Antisemitismus war seinem Wesen nach antikapitalistisch." 
Dieses Verfahren findet sich überall wieder. Die Massenmorde Stalins werden strikt geleugnet und wenn der Leugner merkt, er kommt an einer Anerkennung nicht vorbei, gerechtfertigt, z.B. als "Austreibung der Kulaken" (Jürgen Habermas) oder im Gegenangriff wieder der Holocaust akzeptiert: "Das sagst du nur, weil du den Holocaust relativierst". Ich kann mich nun allerdings nicht daran erinnern, jemals von einem Juden gehört zu haben, dass der Massenmord an Juden schwerer wiegt, als der an anderen. Im Gegenteil, es war eher das Leid für andere, dass verstanden wird. Wenn man mal von den im Internet kursierenden Zitaten absieht, die nachweislich nicht wahr sind. Desweiteren ließen die Kommunisten auch gezielt die Juden verfolgen (Judenfrage). Was nämlich zur vielfach anzutreffenden Meinung des Hardcore Linken führte, das der Judenmord lediglich dann verwerflich ist, wenn Nazis daran beteiligt sind.

Das hervorstechendste Strukturmerkmal des marxistisch-leninistischen Weltbildes ist sein Manichäismus, der die gesamte Welt strikt binär in Gut und Böse teilt, in das Lager des "kriegslüsternen Imperialismus" unter der Vorherrschaft der USA versus dem weltweiten "Friedenslager" – die realsozialistischen Staaten unter der Führung der UdSSR, die KPs in aller Welt sowie sämtliche "Völker" der Erde. Der Feind wurde zum absolut Bösen und zur existentiellen, tödlichen Bedrohung dämonisiert: "Die Weltherrschaft, ... die Ausrottung anderer Völker" seien die wahren Ziele des "amerikanischen Raubimperialismus", weswegen er zielgerichtet auf die Entfesselung eines atomar geführten dritten Weltkrieges hinarbeite, um das sozialistische Friedenslager zu vernichten. (Tägliche Rundschau, 6.6.1951, zit. n. Jäger, Manfred: Kultur und Politik in der DDR. 1945-1990, Köln 1994, S. 43)


7. Deutschlands Querfront: Stalin und Hitler, Brüder im Geiste

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