Freitag, 11. August 2017

Wirtschaftskrieg


Befassen wir uns doch mal mit dem unten eingefügten netten Tweet des Präsidenten des Staates, der zur Zeit mit steigender Tendenz 25% der Wirtschaftsleistung der gesamten Welt erbringt.

Was bedeutet das? Ganz einfach. Da Deutschland sich seit vielen Jahren erlaubt, Exportüberschüsse anzuhäufen, ohne auch nur die geringste Bereitschaft erkennen zu lassen, diese durch Importe auszugleichen, werden die USA diese zwangsweise abbauen. In nackten Zahlen aus 2016 sieht das so aus:

Deutschland hat für 1,209 Billionen € exportiert. Das sind 41,6% der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung. Während deutsche Fake-Medien mit diesen Daten irrwitzige Parolen begründen, wie die von der Abhängigkeit der USA von Deutschland, ist das genaue Gegenteil richtig. In der Volkswirtschaftslehre gilt ein Exportanteil von 5% bis maximal 10% als ungefährlich. Alle Werte darüber sind für jede Volkswirtschaft existenzgefährdend, weil dann Einflüsse möglich sind, die nicht mehr von der eigenen Politik kontrolliert werden können. Zudem werden diese Einflüsse erzwungen als Gegenmaßnahmen gegen die Zerstörung der Wirtschaft der Defizitländer.

Halten wir also fest: Die kompromisslose Exportpolitik Deutschlands erzwingt Gegenmaßnahmen. Dabei spielt die Stärke der Defizit-Wirtschaft eine Rolle. Die Gegenmaßnahmen von PIGSF konnte Deutschland mit seiner Wirtschaftsmacht und seinem Einfluss auf EZB und IWF einigermaßen locker abfedern. Was es aber nicht verhindern konnte war, dass die Defizitländer einen Zustand erreichen, der es ihnen mangels Geld nicht mehr ermöglicht, in Deutschland einzukaufen. Das scheint jetzt eingetreten zu sein. Die Exporte in die Eurozone gehen zurück.

Das hat die Exportindustrie sofort bemerkt und gegengesteuert. 2016 übernahmen die USA Platz 1 der Exportländer mit ca 10% des Gesamtexports. Russland liegt auf Platz 16 mit 1,7%.

Damit sind wir am kritischen Punkt. Die Auswirkungen der deutschen Exportüberschüsse in den USA sind identisch mit denen in PIGSF. Unternehmen werden insolvent. Die Arbeitslosigkeit steigt. Das hat Trump erkannt und mit den Worten "This will change." kommentiert.

So hört sich der Startschuss zum Showdown an. Deutschland muss seine Exportpolitik radikal ändern. Ganz allgemein muss die Ursache beseitigt werden. Für die Beseitigung der zentralen Ursache der Überschüsse durch das von Putin-Freund Schröder vor mehr als 15 Jahren eingeführte Lohndumping reicht die Zeit nicht. Das würde mindestens 10 Jahre dauern. Will also Deutschland Maßnahmen der USA gegen seinen gesamten Export vermeiden, muss es sofort importieren. Und zwar in signifikanter Höhe.

Genau das will Trump. Genüsslich weist er auf eine der Möglichkeiten hin: Import von Rüstungsgütern aus den USA bis zur 2%-Grenze der NATO. Aus Berlin kommt da nur betretenes Schweigen aller Fraktionen. Die Töpfe sind leer. Rein zufällig umgefüllt in den Topf "Rundum-sorglos-Paket-für-Flüchtlinge". Aus Moskau spürt man nur ein heftiges Schütteln der Köpfe, begleitet von vorauseilendem Gehorsam der gesamten Berliner (und Münchner) Politiklandschaft.

Doch es gibt noch eine zweite Möglichkeit, die Exportüberschüsse sofort abzubauen. Import von Öl und Gas aus den USA, die inzwischen zum größten Öl- und Gas-Exporteur aufgestiegen sind. Die Reaktionen aus Berlin sind heftig. Der mit dem Titel Russland-Sanktionen von den Amerikanern, gutmütig wie sie sind, gelieferte Katalog von kostenlosen (Argumentations-)Hilfen zur Formulierung einer entsprechenden Politik wird beantwortet mit feindseligen und inhaltlich grottenfalschen Vorwürfen. Von der Gefährdung der Energieversorgung Europas über Völkerrechtsverletzungen bis hin zu Protektionismus und Handelskrieg.

Jene Politik, die über fast ein halbes Jahrhundert alles Erdenkliche getan hat, um Deutschland in allen Bereichen der Energie von Russland abhängig zu machen, droht über Nacht wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Man spürt förmlich den Druck, den Deutschlands Mega-Lobbyist Russland auf Berlin ausübt. Alle Altparteien bringen sich in Stellung. Die AfD und die Lindner-FDP, also die zu erwartenden neuen Kräfte im Bundestag, positionieren sich mit Verve einschlägig. Für Russland und gegen die USA. Ein herrlicher Nibelungen-Untergang zeichnet sich ab. Mit allem was dazu gehört insbesondere mit viel viel Blut.

Damit scheidet auch die Möglichkeit der Öl- und Gasimporte aus. Trump wird also die 10% des deutschen Exports nach den USA angreifen. Mit welchen Methoden auch immer. Damit niemand auf die Idee kommt, das wäre zu verkraften, sei diskret darauf hingewiesen, dass dann die Marktanteile deutscher Unternehmen in den USA von anderen Defizitländern übernommen werden. Die gelegentlich feststellbare Nähe zwischen Macron und Trump sollte mal in diesem Licht gesehen werden. Das bedeutet, dass diese Länder alles das, was sie bisher in Deutschland gekauft haben in den USA einkaufen werden. Und dass die Auswirkungen sich um ein Vielfaches des amerikanischen 10%-Anteils am deutschen Export verschlimmern werden. Wohlgemerkt alles das, nur um die 1,7% der Russen nicht zu gefährden.

Wie sehr diese Politik dem Wohl des deutschen Volkes dient wird anhand der folgenden nüchternen Zahlen klar: Bleiben nach der Schrumpfung des deutschen Exportanteils von 41,6% am gesamten Wirtschaftsaufkommen Deutschlands noch 5% übrig, was alles andere als gesichert ist, gehen 36,6% der deutschen Wirtschaft in die Insolvenz. Damit steigt die Arbeitslosigkeit um genau diese 36,6%. Über Nacht!

Heute beträgt die Arbeitslosenquote 5,6% bei 2,356 Millionen Arbeitslosen. Die sind zu den 36,6% dazu zu rechnen. Wir kommen also auf eine Arbeitslosenquote von 42,2% und 17,754 Millionen arbeitslosen Menschen. Sicher ist das eine vereinfachte Rechnung. Die Zahl wird vermutlich nicht erreicht werden. In Anbetracht der unbekannten Zahl von Millionen "Flüchtlingen" aber bedeuten schon 9 Millionen Arbeitslose die Transformation Deutschlands in einen "failed state".

Dass das alles geplant sein könnte, ergibt sich aus der Tatsache, dass der dann eingetretene Zustand sofort zu jenem Systemwechsel führen soll, auf jeden Fall kann und hoffentlich nicht wird, der zu Beginn des "Marschs durch die Institutionen" noch offen erklärt wurde. Die Errichtung einer "Diktatur des Proletariats" als Vorstufe zum "Weltkommunismus".

Dagegen wird man nun von bestimmter Seite argumentiere:

Die USA haben seit Jahrzehnten ein Handelsdefizit. Und selbstverständlich sind da noch viele andere Länder bei den Exporten mit dabei. Vor allem China exportiert weitaus mehr in die USA wie es importiert. Einen Handelskrieg mit Deutschland würden sich die USA kaum erlauben können, denn hierbei handelt es sich um hochwertige Artikel, einen Handelskrieg mit den USA könnten sich jedoch die Chinesen kaum erlauben, während chinesische Artikel für die USA verzichtbar wären. Die USA sind jedoch mit ihrer rigoros bedingungslosen Marktwirtschaft groß geworden und diese gilt für das US-Marketing bedingungslos. Wenn die Amerikaner mehr exportieren wollen, werden sie sich ganz einfach mehr anstrengen müssen um auf fremden Märkten erfolgreicher zu sein. 

Dem liegt wieder die wunderschöne Mär zugrunde von der Wettbewerbsfähigkeit als Ursache der Exportüberschüsse. Die Ursache ist aber das Lohndumping von Putin-Freund Schröder. Damit ist klar, dass die Anstrengungen der USA zur Beseitigung ihres Defizits nur ebenfalls in Lohndumping bestehen können. Das würde bedeuten, dass zwischen den Volkswirtschaften der USA und Deutschland ein Wettbewerb um die geringsten Lohnstückkosten stattfinden müsste, was zu immer geringerem Nettoeinkommen der Bevölkerungen führen würde, also unmöglich ist.

Die Länder der Welt mit den höchsten Exportüberschüssen sind Saudi-Arabien, Russland, China, VAE, Katar, Kuweit, Iran, Irak und Nigeria. Sind das die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt und sind die USA das Wettbewerbsunfähigste? Oder verbindet die meisten von ihnen einfach nur jener gefährliche Schlachtruf "Tod für Amerika"? Und, last not least, was hat Deutschland in diesem illustren Club zu suchen?

Warum erhöht Deutschland nicht das Nettoeinkommen seiner Bevölkerung um zu einem Ausgleich der Handelsbilanz zu kommen? Warum verwenden Russland, China und Nigeria die Überschüsse nicht um die Armut in ihrem Land zu beseitigen?

Die Antwort ist einfach. Weil Exportüberschüsse eine logische Sekunde nach ihrer Entstehung als Kredite an die internationalen Kapitalmärkte ausgereicht werden, dort den durch sie entstandenen Schwund der makroökonomischen Geldmenge ersetzen aber gleichzeitig den Zins gegen Null drücken, was zur Zerstörung des freien auf Marktmechanismen basierenden Weltweltwirtschaftssystems führt. Ganz abgesehen von der Unmöglichkeit der Rückzahlung dieser Kredite, weil die eben nur durch Importe ausgeglichen werden können.

Was hier global von einer autokratisch/theokratischen Allianz, der sich Deutschland angeschlossen hat, veranstaltet wird, ist die Korrumpierung der Währungen der Defizitländer. Diese Allianz, der sich Deutschland 1991 angeschlossen hat führt seit den Ölkrisen der frühen 1970er Jahren einen permanenten Handelskrieg gegen die USA. Die Behauptung, die USA würden jetzt eine solchen beginnen ist eine gefährliche Propagandalüge.

Dazu ein Zitat aus "The Economic Consequences of Peace" von John Maynard Keynes aus dem Jahr 1919. Die Übersetzung von Joachim Kalka ist erschienen 2014 bei Berenberg unter dem Titel "Krieg und Frieden", Seite 113.

"Lenin hatte gewiss recht: Es gibt kein subtileres und kein gewisseres Mittel, um das Fundament einer Gesellschaft umzustürzen, als die Korrumpierung der Währung. Dieser Prozess zieht alle verborgenen Kräfte ökonomischer Gesetzmäßigkeit auf die Seite der Zerstörung. Und zwar auf eine Art und Weise, die unter Millionen kaum ein Mensch zu durchschauen vermag."



Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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