Freitag, 17. November 2017

Libanon nächster Kriegsherd

Nach Katar und Jemen startet der Iran vom Libanon aus seine nächste Attacke gegen Saudi-Arabien.

Sehen wir das im Kontext zu Syrien. Militärische Großmacht und US-Verbündeter Israel sieht sich da mit dem syrischen Pseudostaat konfrontiert. Aufgeteilt unter den Mächten Russland, Türkei und Iran. Alle drei Staaten sind sowohl feindlich gegenüber Israel, als auch Saudi-Arabien. Russland, weil sie als immer noch Anhänger der Sowjetunion notorische Antisemiten sind und Saudi-Arabien als enger Verbündeter der USA eine Bedrohung ist. Die Türkei, mit ihrem Wahn von der Renovation des Osmanischen Reiches, stellt territoriale Ansprüche an beide Staaten. Und der Iran stellt die Frage nach dem wahren Islam, Schiiten gegen Sunniten. 

Die Rolle Deutschlands, als pseudowestlicher Maulwurf des Kremls ist klar. Deutschland soll die Abenteuer der drei mitfinanzieren.

Saudi-Arabien und Israel rücken logischerweise dichter zusammen, was dem deutschen Michel verkauft wird, als dass diese beiden Staaten hinter ISIS stecken. Absehbar, wenn man die bolschewistische Propaganda kennt.

Der König von Saudi-Arabien kennzeichnet sich dadurch aus, dass er enorme innenpolitische und gesellschaftliche Reformen unternimmt. Doch auch sein außenpolitisches Pensum ist gewaltig. Die Versuche des Kronprinzen Mohammed bin Salman, den zunehmenden Einfluss des Iran im Mittleren und Nahen Osten zurückzudrängen gipfelte in Kriegen im Irak, Syrien und Jemen. Und so ist eine Auseinandersetzung im Libanon sehr wahrscheinlich. Aber die Regionalmacht Saudi-Arabien kann von seiner Logistik her nicht mit Iran, Russland und Türkei mithalten, sodass ein Fiasko bei noch einem weiteren Krieg sehr wahrscheinlich wird. 

Saudi-Arabien hat lange die Verbindungen Irans zu den Schiiten im Libanon untersucht, insbesondere bezüglich der Terroristen der Hisbollah, die inzwischen offiziell zu einer Teileinheit der iranischen Armee erhoben wurde. Seit Anfang der 1990er unternahm Saudi-Arabien konkrete Aktionen, um den Einfluss Teherans im Libanon zurückzudrängen und die Hisbollah zu bekämpfen. Das Taif Abkommen, welches den libanesischen Bürgerkrieg beendete, führte letztlich jedoch zur Festigung der Macht des Irans, sodass der Libanon als erste de facto Kolonie des Irans bezeichnet wurde. Dann untersuchten die Saudis den wachsenden Einfluss des Irans in Syrien, wieder kam es zum Bürgerkrieg. Russland, Türkei und Iran erfanden den ISIS, mit Hilfe der Reste des irakischen Systems von Sadam Hussein, finanziert über Katar. Was dann den Saudis in die Schuhe geschoben wird. Katar ist aber keine Einflusssphäre der Saudis, sondern des Irans. Der Iran stellt großzügig dem dortigen Herrscherhaus eine Leibgarde zur Verfügung, aber man kann wohl darauf vertrauen, dass die eher auf die Regierung aufpassen sollen. Gleiches dürfte wohl auf die Leibwache von Assad zutreffen, obwohl dies dann vom russischen FSB ausgeht. Dies und das Involvieren von Hisbollah im Jemen ließen die Erkenntnis zu, dass der Iran die Schlinge um Saudi-Arabien immer enger schließt. 

Am 5. November gelang es den Houthi-Rebellen im Libanon einen Raketenangriff auf Rijad durchzuführen. Eine Sensation, die in den deutschen Medien kein Gehör fand, da diese Medien nur berichten was der deutsche Michel wissen soll. Diese neuen Kapazitäten der Rebellen sind ohne die Einwirkung irgendeiner großen Macht im Hintergrund undenkbar. Und es ist das nächstliegendste hier den Iran anzunehmen. Doch da kommen die deutschen Medien in Konflikt mit den Vorgaben der Regierungspropaganda, die uns nämlich den Atomdeal der Arischen Achse (Berlin-Moskau-Teheran), als Befriedung des Nahen Osten verkaufen sollte. Da Saudi-Arabien die Bodentruppen im Jemen fehlen, sind seine Möglichkeiten begrenzt das dortige Problem zu beenden und zeigt, dass die Luftschläge und Blockaden nicht ausreichten. 

Am 4. November 2017 dankte der libanesische Premierminister Saad al-Hariri ab, was über das saudische Fernsehen ausgestrahlt wurde. Als Grund nannte er das Ausweiten der iranischen Macht, Hisbollah und Angst wegen einer möglichen Ermordung seiner Person. (So wie sein Vater 2005.) 

Teheran sprach hingegen von einer Verschwörung Israels, USA und Saudi-Arabien, was dann auch von den Kremltreuen Medien ausposaunt wurde. Klassische Dialektik des Ostblocks. Diverse Gruppierungen von Schiiten, mit 
besten Verbindungen nach Teheran, beschuldigten Saudi-Arabien al-Hariri als Geisel zu halten. Der Anti-Hisbollah Blogger Michael Young widersprach dem, genauso wie al-Hariri. Kürzlich wollte al-Hariri in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen und dann über Bahrain zurück in den Libanon. Aber die Emirate verweigerten ihm die Einreise, nach Einflussnahme des Iran, und sendeten ihn zurück nach Rijad. 

Auf der anderen Seite gibt es gute Gründe dafür, dass die Saudis al-Hariri als zu schwach betrachten und ihn austauschen wollten. Grund kann sein, dass er, nachdem er sein Premierministeramt vorübergehend verloren hatte, und zwar als Machtdemonstration des Iran, im Dezember 2016 auf die Forderungen Teherans einging und Kompromissbereitschaft gegenüber der Hisbollah ankündigte. 

Es gibt Spekulationen darüber, ob eventuell al-Hariri Bruder, Baaha, an seine Stelle treten soll. Doch es gibt Zweifel daran, ob irgend jemand in der Lage sein könnte eine Veränderung in der verfahrenen Situation im Libanon zu bewirken. Bzw. ob Christen und Sunniten Baaha al-Hariri akzeptieren werden. Es gibt inzwischen nicht mehr die von den Saudis gesponserte Allianz zwischen Drusen, Christen und Sunniten, gegen die Schiiten. Ein Ergebnis der Zersetzungspolitik der Hisbollah. 

Das gegenwärtige Problem ist, dass die Saudis keine wirkliche Alternative für den Libanon offerieren (aus Mangel an Macht) und letzten Endes wohl ihre eigenen Verbündeten in eine schwierige Lage bringen werden. Die logistische, finanzielle und militärische Unterstützung der Hisbollah von Russland und Iran ist weit größer, als sie der Widerstand durch Saudi-Arabien erhält. Und die Saudi haben auch nie große Voraussicht und taktisches Können bewiesen, der iranischen Politik entgegenzutreten. 

Saudi-Arabien scheint zu glauben, dass finanzielle Unterstützung ausreicht und scheinen noch nicht aus ihren Ambitionen in Irak, Syrien oder Jemen gelernt zu haben, dass genau dies nicht zutrifft. Es mag am Fehlen geeigneter Strategen in der saudischen Politik liegen. 


Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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